AKTUELLE KONZERTE

Kreuzgangkonzerte 2012
in Vorbereitung

 

 

 

Ausgezeichnet mit:

Tiroler Museumspreis Österreichisches Museumsgütesiegel &

Tiroler
Museumspreis

Österr.
Museumspreis

Österr.
Museumsgütesiegel

Die Sammlung des Museums

 

Das Augustinermuseum Rattenberg konnte bei seiner Gründung auf keine bereits vorhandene Sammlung zurückgreifen. Von Beginn an sah das Augustinermuseum Rattenberg deshalb eine seiner Hauptaufgaben in der (Wieder-) Entdeckung verschollenen oder vergessenen Kultur- und Kunstgutes, das auf Kirchen- und Widum-Dachböden oft ein dornröschenartiges Dasein führte.

Auf diese Weise konnten gotische Statuen, wertvolles Altargerät und religionshistorisch interessante Gegenstände aus dem Bruderschaftswesen wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Exponate verbleiben dabei im Besitz der jeweiligen Eigentümer, werden dem Augustinermuseum jedoch als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt.

Leihgeber sind in erster Linie die Pfarren des Tiroler Unterlandes, deren Mitarbeit und Bereitschaft aufgrund der Befürwortung und Unterstützung seitens der Erzdiözese Salzburg gewonnen werden konnte.

 

Das Aufstellungskonzept

Die historische Bedeutung und die Qualität der Klosterräumlichkeiten, die teilweise noch die originale Innenausstattung aufweisen, mussten im Aufstellungskonzept mit berücksichtigt werden.

Die Räume waren selbst als »Exponate« zu verstehen, die sowohl religiöse Architektur des Tiroler Unterlandes dreier Jahrhunderte als auch die Geschichte des Klosters und seines Ordens repräsentierten. In diesen Rahmen wurden die Ausstellungsstücke integriert.

Die Exponate wurden in fünf themenbezogene, im Wesentlichen auch räumlich getrennte Hauptgruppen gegliedert:

Gotische Plastik
Altargerät
Paramente
Barock & 19. Jahrhundert
Religiöse Volksskunst

 

Gotische Plastik

Die gotische Plastik, aufgestellt im ebenfalls gotischen Kreuzgang, ist Kern und Schwerpunkt der Sammlung. Durch eine stilgerechte Übereinstimmung von Hülle und Inhalt entstand ein Gesamteindruck von großer Einheitlichkeit, Geschlossenheit und Dichte.

Die Entstehungszeit der ausgestellten Exponate umfasst die Jahre von ca. 1420 bis 1520. Besonders hervorzuheben sind eine kleine Pieta um 1420, ein hl. Leonhard (um 1500), eine Mondsichel-Madonna und eine hl. Margarete (um 1500) sowie drei Plastiken aus dem Umkreis von Andreas Lackner, nämlich die hl. Maria Magdalena, die hl. Katharina und der hl. Florian (ca. 1520).

 

Altargerät

Das Altargerät wird in der ehemaligen Sakristei des Klosters ausgestellt. Damit soll auf die ursprüngliche Funktion dieses Raumes hingewiesen werden.

Die bedeutendsten Stücke der Sammlung sind ein Vortragskreuz mit romanischer
Christusplakette aus Email (13. Jh.), die gotische Virgil-Monstranz aus Rattenberg und
eine barocke Prunkmonstranz aus Aurach bei Kitzbühel.

In sechs Wandvitrinen findet sich in lockerer chronologischer Reihung weiteres Altargerät vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.

 

Paramente

Die Paramente sind in einem kleinen fensterlosen Raum untergebracht, den man vom Kreuzgang aus betritt.

Ausgestellt sind Kaseln, Kelchvelen und als bedeutendstes Stück eine Dalmatika aus Niederndorf (um 1720), die wahrscheinlich aus einem zu Beginn des 19. Jahrhunderts säkularisierten bayerischen Kloster stammt.

 

Barock und 19. Jahrhundert

Das Obergeschoß nimmt die barocke Kunst und die Kunst des 19. Jh. auf.

Schwerpunkte sind Gemälde von Simon Benedikt Faistenberger, mehrere großformatige Thesenblätter, zwei Heiligenfiguren (hll. Johannes Ev. und Andreas) von Johann Michael Fischler und ein schwebender Engel von Stefan Föger.

 

Religiöse Volkskunst und Bruderschaftsgerät

Ein Großteil der Exponate stammt von der 1622 gegründeten Kitzbüheler Rosenkranzbruderschaft. Hervorzuheben sind die Kitzbüheler Sesselfrau, eine bekleidete Madonnenfigur, eine mehrfigurige Gruppe mit der Geißelung Christi sowie diverse Bruderschaftsstäbe und Prozessionsstangen.

***

 

Die Klosterkirche selbst wird nicht ständig als Ausstellungsraum genützt. Sie ist aber im Rahmen des Museumsrundganges zu besichtigen und weist mit dem »Augustinerhimmel«, dem ersten monumentalen barocken Kuppelfresko Tirols, und dem gotischen Grabstein des Klosterstifters Johann Kummersbrucker zwei künstlerisch bedeutende Sehenswürdigkeiten auf.

Seit 2010 sind auch der Kirchturm und der Dachstuhl der Klosterkirche öffentlich zugänglich. Diese beiden Museumsbereiche sind ähnlich wie die Klosterkirche als »Architekturexponate« zu betrachten.

So weist der Turm eine für Tirol ungewöhnliche Konstruktion in Form eines doppelten Fachwerkes auf und beinhaltet noch Glocken vom 16. bis zum 20. Jh. sowie ein originales Uhrwerk von Wendelin Jäger (18. Jh.). Von der obersten Turmstube aus hat man einen spektakulären Blick auf Rattenberg.